Standard des Samojeden
Da der
Samojede in erster Linie ein Arbeitshund ist, soll er kräftig, aktiv, lebhaft
und doch anmutig sein. Der Züchter soll bestrebt sein, einen harmonisch
aufgebauten Hund von mittlerer Größe zu züchten. Er muss einen Körper haben,
der nicht lang, aber muskulös ist, der sich frei bewegen kann, mit tiefer Brust
und wohlgeformten Rippen, sodass für Herz und Lungen genügend Raum ist. Der
Hals soll kräftig, gut gebogen und muskulös sein. Der Rücken muss von
mittlerer Länge, stabil und straff sein. Die Vorderbeine sollen gerade, mit
starken Knochen und die Pfoten etwas länglich, platt und groß sein, mit dicken
Ballen und harschen Haaren dazwischen. Die Hinterhand muss besonders stark
entwickelt sein, und jeglicher Anflug von Kuhhessigkeit oder schwachen
Oberschenkeln muss als fehlerhaft angesehen werden. Der Kopf muss stark und
keilförmig sein, mit breiter, flacher Stirn und einem Fang von mittlerer
Länge. Der Stop soll gut markiert, aber nicht zu ausgeprägt sein. Die Ohren
sollen weit voneinander getragen, klein und an den Spitzen abgerundet sein. Sie
müssen innen und außen dicht behaart sein. Wären die Ohren zu groß und zu
wenig behaart, würden sie in der arktischen Kälte abfrieren. Die Augen sollen
tiefliegend, mandelförmig und dunkel sein. So kann sie der Hund im Schneesturm
zukneifen und die dichten Wimpern schützen die Augen vor dem Eindringen von
Schnee. Runde, große und helle Augen sind fehlerhaft. Sie wirken stechend und
nehmen dem Samojeden den so sanften, gutmütigen Blick. Der Ausdruck ist
aufmerksam und intelligent. Lefzen, Nase und Augenlider sollen dunkel sein, aber
eine fleischfarbene Nase ist auch nicht fehlerhaft. Der ganze Körper soll mit
einer dichten, weichen und kurzen Unterwolle bedeckt sein, mit harschem Haar als
Außenmantel, das durch die Unterwolle durchstößt. Dieser Mantel muss vom
Körper abstehen und darf nie Locken oder gar Wellen haben und auf keinen Fall
von seidiger Struktur sein. Der Samojede muss auch in abgehaartem Zustand eine
gute Figur machen. Die Rute muss besonders dicht und reicht behaart sein, weil
sie dem Hund in arktischer Kälte im Schlaf das Gesicht schützt und wärmt. Der
Samojede muss in seinem Fell den so charakteristischen Eisschimmer haben. Die
Farbe soll weiß, biscuit oder crème sein. Trotzdem hatten frühere englische
Züchter oft gute Hunde von der Zucht ausgeschlossen, weil sie nicht rein weiß
waren. Dies war ein schwerer Fehler.
Eine schöne Crèmefarbe oder ein leichter Biscuitton im weißen Fell ist
ein schöner Kontrast. Wichtig ist nur der weiße Eisschimmer an den Haarspitzen.
(aus "Der Samoyede" von Erna Bossi)